Beim SNIC-PraxisForum am 16. Juni standen Fragen rund um Künstliche Intelligenz (KI) und Digitalisierung im Mittelpunkt. Eine gewinnbringende Nutzung von KI und Digitalisierung wird für kleine und mittlere Unternehmen zunehmend zum entscheidenden Erfolgsfaktor. Doch wie gelingt die Umsetzung in der Praxis? Welche regionalen Lösungen gibt es jenseits der großen Cloud-Anbieter? Und welche rechtlichen Rahmenbedingungen sind beim Einsatz von KI zu beachten? Der SüdniedersachsenInnovationsCampus (SNIC) und die Wirtschaftsförderung Region Goslar GmbH & Co. KG (WiReGo) richteten das SNIC-PraxisForum im GOTEC auf dem Energie-Campus Goslar aus.
Zu Beginn begrüßten Goslars Landrat Dr. Alexander Saipa und Veronika Raguse vom DIGIT Forschungszentrum an der TU Clausthal die rund 60 Teilnehmenden. Bertram Eversmann (SüdniedersachsenStiftung) und Dr. Daniel Tomowski (WiReGo) führten durch den Abend.
Keynote und Impulse aus der regionalen Wirtschaft
Unter dem Motto „KI aus der Region, nicht aus der Cloud“ berichteten Dr. Ulrike Pfannenschmidt (Metalogie GmbH, Goslar) und Stefan Weimar (PRODOC Digital GmbH, Goslar) in ihrer Keynote über Erfahrungen aus dem Mittelstand. Ulrike Pfannenschmidt betonte: „KI ist kein Zukunftsthema mehr, sondern ein Werkzeug, das unseren Arbeitsalltag bei der Metalogie GmbH längst radikal verändert. Ihr Mehrwert entsteht dort, wo Klarheit, Wissensaufbau im Team, organisatorische Bereitschaft und der bewusste Einsatz von Technologien zusammenkommen. Gerade im Mittelstand eröffnet das neue Möglichkeiten und großes Potenzial.“
Im ersten von drei Impulsen beim SNIC-PraxisForum ging es anschließend um die rechtlichen Grundlagen der KI-Nutzung im Rahmen des EU-AI Act. Leif-Eric Petersen von Leifstyle KI Consulting resümierte: „Das Forum hat gezeigt: KI-Compliance ist kein Schreckgespenst, sondern ein Werkzeug. Entscheidend ist jetzt die konsequente Umsetzung in der Werkshalle – mit Struktur statt Angst, um die Datenhoheit und Produktivität nachhaltig zu sichern.“
SNIC-PraxisForum zeigt Startups aus der Region
Darauf folgte der Beitrag von Robert Werner von der ceconsoft GmbH. Die Ausgründung der TU Clausthal entwickelt digitale Lösungen für die Kreislaufwirtschaft, um Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit praktisch umzusetzen. Werner machte deutlich, wie KI als Weichensteller und Motor für die Kreislaufwirtschaft wirken kann: „Gerade KMU sind in Nischen unterwegs – und genau dort hilft KI. Wir zeigen, wie sich maßgeschneiderte KI einfach und ohne aufwändiges Datenmanagement einsetzen lässt, um Ressourcen-Kreisläufe werterhaltend zu schließen.“
Auch Sara Sarvestani präsentierte eine praxisnahe Lösung. Ihr Startup Norscope, ebenfalls aus der TU Clausthal, bietet Offline-Augmented-Reality-Lösungen für industrielle Wartung an und ist derzeit auf der Suche nach Pilotkunden. „In vielen KMU steckt Wartungswissen in Köpfen und Papierordnern; Digitalisierung scheitert oft am fehlenden Netz in der Halle. Norscope bringt KI-gestützte Anleitungen offline an die Maschine. Dafür suchen wir den Austausch mit der Region“, so Sarvestani.
Forschung als Treiber für den KI-Einsatz im Mittelstand
Im abschließenden Beitrag zeigte Prof. Dr. Andreas Reinhardt vom Institut für Informatik an der TU Clausthal, wie Forschung als Treiber für den KI-Einsatz im Mittelstand wirken kann: „KI kann die digitale Transformation im Mittelstand beschleunigen.“ Prof. Reinhardt berichtete zu den Potenzialen und praktischen Hürden und erläuterte, wie in Forschungsprojekten wertvolles Wissen direkt in die betriebliche Praxis transferiert werden kann.
Im Anschluss an die Vorträge nutzten die Teilnehmenden das SNIC-PraxisForum, um sich bei einem Imbiss untereinander und mit den Referent:innen auszutauschen und zu netzwerken.




























