SNIC-PraxisForum beleuchtete in Herzberg am Harz den Weg in die Kreislaufwirtschaft

Referentin Paula Burfeind (TU Clausthal) hält einen Vortrag beim SNIC-PraxisForum "Mein Weg in die Kreislaufwirtschaft" in Herzberg am Harz.

Geopolitische Unsicherheiten, Handelskonflikte und schwankende Rohstoffpreise stellen viele Unternehmen vor die Frage, wie sie ihre Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit langfristig sichern können. Der Weg in die Kreislaufwirtschaft bietet dafür vielfältige Ansätze: Produkte und Materialien werden so gestaltet, genutzt, repariert, wiederverwendet und recycelt, dass sie möglichst lange im Wirtschaftskreislauf bleiben. Unternehmen können dadurch ihren Rohstoffverbrauch und ihre Abhängigkeit von internationalen Lieferketten verringern, Kosten senken und neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle entwickeln.

Im Fokus: Wie gelingt der Weg in die Kreislaufwirtschaft?

Doch wie finden Unternehmen ihren Weg in die Kreislaufwirtschaft? Welche Möglichkeiten des zirkulären Wirtschaftens lohnen sich in den verschiedenen Unternehmensbereichen? Diese Fragen beleuchtete das SNIC-PraxisForum am 23. September. Der SüdniedersachsenInnovationsCampus (SNIC) und die Wirtschaftsförderung Region Göttingen Northeim (WRGN) richteten die Veranstaltung im Deutschen Kaiser in Herzberg am Harz gemeinsam aus.

Bertram Eversmann (SüdniedersachsenStiftung) sowie Silke Keller (WRGN) begrüßten die rund 30 Teilnehmenden und führten durch den Abend.

Vorträge zum Weg in die Kreislaufwirtschaft

Zu Anfang referierten Prof. Dr. Ani Melkonyan-Gottschalk und Paula Burfeind vom Institute of Geotechnology and Mineral Resources der TU Clausthal über die Wirkung des zirkulären Lieferkettenmanagements für die Logistik. Die Kernaussage ihrer Keynote war: „Logistik in der Kreislaufwirtschaft ist nicht nur die Bewegung von Materialien – sie ist die Entscheidung, ob wir die Zukunft transportieren wollen oder nur die Abfälle.“

Im ersten von drei Impulsen ging es anschließend um den Produktlebenszyklus. Dr.-Ing. Phillip Wallat von DfACE Strategy Systems, einer Ausgründung der TU Clausthal, resümierte: „Produkte sind die Rohstofflager von morgen. Ob daraus regionale Wertschöpfung entsteht oder wertvolle Ressourcen verloren gehen, entscheidet sich bereits am Konstruktionstisch.“

Im anschließenden Impuls sprach Christina Lewin von Smurfit Westrock Herzberg Solid Board GmbH über das Recycling der Abfälle der blauen Tonne: „Kreislaufwirtschaft ist für uns kein Zukunftskonzept, sondern gelebter Alltag. Ich möchte zeigen, wie aus einem gebrauchten Material wieder ein hochwertiges Produkt wird.“

Darauf folgte der Beitrag von Felix Kolbe von der MPM Environment Intelligence GmbH zur Kreislaufführung der Leiterplatte aus elektronischen Geräten. Er unterstrich die Relevanz von Recyclingverfahren: „Hochwertige Recyclingverfahren in der Region Harz stehen für Umwelt- und Ressourcenschutz sowie für eine resiliente Versorgung unserer Wirtschaft mit wichtigen Rohstoffen!“

Im abschließenden Impulsvortrag warf Nicole Schröder von Rewimet – Recycling-Cluster wirtschaftsstrategische Metalle e.V. einen Blick in die Zukunft des Recyclings: “Kreislaufwirtschaft entsteht nicht im Alleingang. Wir brauchen starke Netzwerke, in denen Wirtschaft und Wissenschaft ihr Wissen verbinden und gemeinsam Lösungen in die Praxis bringen. Genau hier setzt REWIMET an: Wir bringen Kompetenzen in einer starken Wirtschaft zusammen und schaffen Raum für Innovation und Kooperation.“

Im Anschluss an die Vorträge nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, sich bei einem Imbiss untereinander und mit den Referent:innen zum Weg in die Kreislaufwirtschaft auszutauschen und zu netzwerken.

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