Fachkräftebündnis Südniedersachsen: Kurz nachgefragt bei Ulrike Streicher 

Die Koordinatorin vom Fachkräftebündnis Südniedersachsen, Ulrike Streicher, wird interviewt.

In diesem Artikel

Wie können Fachkräftesicherung und -bindung in der Region besser gelingen? Das Fachkräftebündnis Südniedersachsen bringt verschiedene Akteure zusammen und entwickelt Lösungen für die Herausforderungen des Arbeitsmarktes. Im Interview beleuchtet Koordinatorin Ulrike Streicher die Ziele des Bündnisses genauer und zeigt, warum Zusammenarbeit der Schlüssel ist.

Video: Fachkräftebündnis Südniedersachsen: Kurz nachgefragt bei Ulrike Streicher

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Hallo Ulrike. Hallo Caroline. In welcher Rolle bist du heute hier?

Ich bin als Koordinatorin des regionalen Fachkräftebündnisses heute unterwegs.

Was macht das regionale Fachkräftebündnis Südniedersachsen aus?

Es ist ein regionales Netzwerk, das sich mit dem Thema Fachkräftesicherung und Fachkräftebindung in Südniedersachsen beschäftigt. Es wurde 2015 als eines von acht landesweiten Fachkräftebündnissen anerkannt. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit Partnern Projekte zu fördern, die den Fachkräftebedarf regionaler Unternehmen und Einrichtungen sichern.

Du hattest schon ein Ziel genannt. Gibt es noch weitere Ziele?

Ja, grundsätzlich verfolgen die Fachkräftebündnisse in Niedersachsen das Ziel, den Herausforderungen des sich wandelnden Arbeitsmarktes strategisch zu begegnen und unter Berücksichtigung von regionalen Besonderheiten und unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen passgenaue Lösungen für die einzelnen Regionen zu finden.

Das heißt konkret für uns hier in Südniedersachsen, dass wir die Arbeitsmarktakteure vernetzen, den Austausch zwischen ihnen fördern und damit Doppelstrukturen vermeiden. Gleichzeitig überprüfen wir gemeinsam regelmäßig, was der regionale Bedarf ist und wie wir aktuell auf die Transformation am Arbeitsmarkt reagieren können. Das ist die Grundlage für die Fachkräftestrategie Südniedersachsen, die hier entwickelt wurde und auch immer weiter fortgeschrieben wird.

Außerdem bewerten und begleiten wir Projekte, die über das Fachkräftebündnis gefördert werden und sichern, dass die geförderten Maßnahmen auf das Ziel der Fachkräftesicherung in Südniedersachsen einzahlen.

Für wen ist das Projekt gedacht?

Mein Projekt richtet sich in erster Linie an regionale Arbeitsmarktakteure, mit denen wir das Thema Fachkräftesicherung gemeinsam strategisch weiterentwickeln möchten. Wir sprechen gleichzeitig lokale Institutionen und Organisationen an, die Fördergelder über das Fachkräftebündnis beantragen wollen. Und die geförderten Projekte bzw. deren Ergebnisse kommen letztendlich den Unternehmen, den Fachkräften und der ganzen Region zugute.

Was kann ich mir unter regionalen Arbeitsmarktakteuren vorstellen?

Das ist eine Vielzahl von Akteuren, also beispielsweise die Agentur für Arbeit, die verschiedenen Kammern, seien es die Handwerkskammer, das regionale Amt für Landesentwicklung oder auch die Jobcenter. Und wir haben die Hochschulen mit an Bord aus ganz verschiedenen Bereichen.

Hast du einen Aha-Moment, an den du dich heute noch erinnerst?

Es gibt viele solcher Momente. Mich fasziniert immer wieder das enorme Potenzial, was in der Zusammenarbeit im Fachkräftebündnis steckt und welche Energie daraus für die Region erwächst. Innovative Ideen, die gemeinsam umgesetzt werden, entwickeln eine ganz eigene Dynamik. Dabei beeindruckt mich besonders, wie viel Innovationskraft und Gestaltungswille bei uns in Südniedersachsen herrschen – und, was wir erreichen können, wenn wir gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten.

Mit wem arbeitet ihr zusammen?

Durch die Vielzahl an Mitgliedern im Fachkräftebündnis arbeite ich mit einer großen Bandbreite an regionalen Partnern aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Kommunen zusammen. In unseren verschiedenen Veranstaltungsformaten bin ich in engerer Kooperation mit einzelnen Bündnismitgliedern. Ein Beispiel dafür ist die Fachkräftekonferenz Südniedersachsen, die hier gerade im Hintergrund läuft. Die organisieren wir zweimal jährlich zusammen mit der IHK Hannover – Geschäftsstelle Göttingen.

Ulrike, was motiviert dich in deiner täglichen Arbeit?

Mich motiviert zum einen, dass ich mit meiner Arbeit einen aktiven Teil dazu beitrage, unsere Region zukunftsfähiger zu gestalten. Und zum anderen schaffe ich es, durch mein Projekt Menschen zusammenzubringen. Denn die geförderten Projekte schaffen konkrete Chancen für Menschen in der Region und leisten gleichzeitig einen Beitrag zur Stärkung der wirtschaftlichen Entwicklung. Diese Kombination macht meinen Arbeitsalltag abwechslungsreich und ist das, was mich daran fasziniert.

Das war sehr interessant. Vielen, vielen Dank und noch alles Gute weiterhin für das Projekt.

Das Fachkräftebündnis zeigt, wie regionale Zusammenarbeit dabei helfen kann, den Herausforderungen des sich wandelnden Arbeitsmarktes zu begegnen. Durch die Vernetzung von Akteurinnen und Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Kommunen entstehen gemeinsame Strategien, innovative Projekte und konkrete Lösungen für die Fachkräftebindung und -sicherung in der Region. Weitere Informationen zum Fachkräftebündnis allgemein, zum Förderprozess und zur Fachkräftestrategie finden Sie auf der Projektseite vom Fachkräftebündnis Südniedersachsen.

Unsere Expertin:
Ulrike Streicher absolvierte ihr Masterstudium Geistes- und Kulturwissenschaften in Göttingen. Danach arbeitete sie im Projekt- und Veranstaltungsmanagement an der Schnittstelle von Bildung, Gesellschaft und Politik im Rheinland. Seit ihrer Rückkehr mit Familie in ihre Heimat Göttingen, schätzt Ulrike die Stadt als Lebensmittelpunkt umso mehr. Sie ist Projektmitarbeiterin im Weiterbildungsverbund Südniedersachsen (WBVS) und koordiniert das Fachkräftebündnis Südniedersachsen. Ulrike vernetzt regionale Arbeitsmarktakteure und entwickelt mit ihnen Strategien zur Fachkräftesicherung und -bindung.  
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