Wege in die Region – Wege in die Gute Arbeit | BLOG SüdniedersachsenStiftung

Unter dem Leitmotto „Wege in die Region – Wege in die Gute Arbeit“ hat das Fachkräftebündnis Südniedersachsen gemeinsam mit regionalen Partnern eine neue Fachkräftestrategie für den Zeitraum 2024-2027 entwickelt und jüngst vorgelegt.

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Unter dem Leitmotto „Wege in die Region – Wege in die Gute Arbeit“ hat das Fachkräftebündnis Südniedersachsen gemeinsam mit regionalen Partnern eine neue Fachkräftestrategie für den Zeitraum 2024-2027 entwickelt. Diese will die Fachkräftesicherung in Südniedersachsen nachhaltig stärken und nimmt dabei Unternehmen sowie Beschäftigte gezielt in den Blick. Das Fachkräftebündnis lädt Unternehmen und Institutionen dazu ein, sich aktiv an der Umsetzung der Fachkräftestrategie zu beteiligen und Gute Arbeit dadurch im eigenen Haus weiter zu etablieren. Förderprojekte können über die Geschäftsstelle des Bündnisses bei der SüdniedersachsenStiftung eingereicht werden. Die Geschäftsstelle berät Interessierte auch zu Projektideen und dem Antragsweg bis zur Einreichung.

Neue Fachkräftestrategie für Gute Arbeit vorgelegt

Die Gewinnung und Bindung von qualifizierten Arbeitskräften sind eng mit Guter Arbeit verknüpft. Dafür braucht es: Mutige und innovative Wege der Personalgewinnung, eine förderliche Unternehmenskultur, sowie offenes, branchenübergreifendes Denken und Handeln.

Statistische Facts zur Fachkräftestatgie

Arbeitslosenquote: 6,8%, gegenüber 6,1% auf Landesebene, 08/24)

Zusammensetzung der Arbeitslosenquote: 34% nicht-deutscher Herkunft

Anstieg arbeitsloser Personen über 55 Jahren 2023-2024: +18,2%

Ausbildungsquote: 4,5%

Betreuungsquote Kinder unter 6 Jahre: 69%

Engpassberufe: Pflegeberufe, sowie Berufe der regenerativen Energietechnik und Berufen im Tiefbau

Teilzeitquote: 35%, davon 77% Frauen

Gute Arbeit im Zentrum der Herausforderungen

Gute Arbeit ist das Fundament für erfolgreiche Fachkräftesicherung, denn sie…

  • zielt auf eine dauerhafte Beschäftigung ab.
  • ist als Teil einer Willkommenskultur in Betrieb und Gesellschaft verankert und wird dort gelebt.
  • stellt Arbeitskräfte als Individuum mitsamt ihrer Familienangehörigen und individuellen Bedürfnissen in den Mittelpunkt.
  • fördert die Zufriedenheit in der Beschäftigung durch betriebliche Entwicklungsmöglichkeiten und lebensphasenorientierte Arbeitsmodelle.

Gerade in Zeiten des demografischen Wandels, der zunehmenden Bedeutung von Inklusion und veränderten Tätigkeitsfeldern sind das Prinzip „Gute Arbeit“ in einer gesellschaftlich verantwortungsbewussten Arbeitswelt unverzichtbar.

In Südniedersachsen, wo unter anderem eine überdurchschnittliche Arbeitslosenquote, eine hohe Teilzeitquote bei Frauen aufgrund begrenzter Kinderbetreuungsmöglichkeiten sowie eine geringe Beschäftigungsquote von Migrant:innen vorherrscht, wirkt das Prinzip „Gute Arbeit“ auch als wichtiger Hebel zur Arbeitsmarktförderung.

Fachkräftestrategie als Handlungsgrundlage

Das Fachkräftebündnis versteht sich als wichtige regionale Plattform für innovative Ideen der Fachkräftesicherung. Wie das Bündnis diese strukturellen Schwächen beheben helfen will, wollen wir im Folgenden kurz vorstellen.

Die gemeinsam entwickelte und jüngst vorgelegte Fachkräftestrategie für Südniedersachsen, legt den Fokus auf Maßnahmen einer nachhaltig erfolgreichen Beschäftigung von Individuen in der Region, um Gute Arbeit zu gewährleisten. Die Umsetzung von entsprechenden Maßnahmen kann zunächst in Form von Förderprojekten erfolgen, die von der Richtlinie der Fachkräftebündnisse unterstützt werden. Für diese Projektvorhaben bildet die Strategie die Grundlage zur Begutachtung durch die Mitglieder des regionalen Fachkräftebündnisses. Die Strategie ist damit auch Inspiration für neuartige Maßnahmen der Fachkräftesicherung in der Region.

Unternehmen und Individuen im Zentrum der Strategie

Drei Handlungsfelder der Fachkräftestrategie

1. Befähigung zu Rekrutierung und Integration

2. Aktivierung von Nicht-Beschäftigten

3. Qualifizierung und Weiterbildung

Mit diesen drei Schwerpunkten sollen Unternehmen (als Nachfrager und Arbeitgeber) und Individuen (als Beschäftigte und Arbeitssuchende) gleichermaßen adressiert werden. Unternehmen bzw. die regionale Wirtschaft sind treibende Kraft einer soliden Gesellschaft. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) spielen eine Schlüsselrolle der Guten Arbeit: Sie müssen in die Lage versetzt werden, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Dies reicht von der Beschäftigung von Personen aus dem Ausland über die Anpassung der Arbeitsmodelle bis hin zur nachhaltigen Personalentwicklung durch Weiterbildungsmöglichkeiten.

Gleichzeitig sollen nicht oder nur geringfügig beschäftigte Personen in eine (ausgeweitete) Arbeitssituation gebracht werden. Dies kann auf Basis betrieblicher Einflussfaktoren (bspw. durch Flexibilisierung der Arbeitszeit oder Tätigkeit) sowie auf individueller Kompetenzentwicklung und harmonisierter Relation von Fähigkeit und Tätigkeit erfolgen. Hier sind das Ergreifen von Chancen und individuelle Aushandlungsprozesse zwischen den beteiligten Arbeitsmarktakteuren zentral.

Gute Arbeit fokussiert Mensch und Region

Die neue strategische Ausrichtung stellt den Menschen und seine individuellen Bedürfnisse in den Mittelpunkt. In dieser bottom-up-Herangehensweise der Projektkonzeption ist die Berücksichtigung eines kulturoffenen Mindsets ebenso zentral wie das Fördern inklusiver und gleichstellender Maßnahmen. Durch Projekte, die innovative Wege der Personalgewinnung fördern und eine offene, chancengebende Unternehmenskultur soll Menschen eine dauerhaft angelegte, adäquate Arbeit ermöglicht werden.

Durch diese Herangehensweise schließt sich der Kreis zur eingangs beschriebenen, strategischen Relevanz von Guter Arbeit. Die Mitglieder des Fachkräftebündnisses sehen in der Kombination Leben-Arbeit den Ausgangspunkt für den zukünftigen Erfolg der Region. Durch diese strategische Zielsetzung sollen letzten Endes die Wettbewerbsfähigkeit und Standortattraktivität Südniedersachsens nachhaltig profitieren.

Synergien nutzen, strategische Vorteile ausbauen

Welche Antworten findet Südniedersachsen auf die Frage, wie die Teilzeitquote reduziert werden kann? Sowie auf die Fragen, wie der Fachkräftemangel im Handwerk effektiv behoben oder Geringqualifizierten ein berufliches Ankommen ermöglicht wird?

Mit der Weiterentwicklung der Fachkräftestrategie haben die Mitglieder des Regionalen Fachkräftebündnisses Südniedersachsen eine zukunftsfähige Grundlage geschaffen. Sie greift die Entwicklungen des regionalen Arbeitsmarkts und der demografischen Prozesse auf und formuliert beherzt Denkanstöße. Projektträger sollen ermutigt werden, ihre Ideen für die Verbesserung der Fachkräftesituation zu realisieren.

 


Haben wir ihr Interesse geweckt? Melden Sie sich gerne für weitere Informationen zur neuen Fachkräftestrategie. Wir freuen uns auf Ihre Impulse!

Unser Experte:
Dr. Benjamin W. Schulze studierte 2006-2012 an der Georgia-Augusta-Universität Göttingen. Der Wirtschaftshistoriker und promovierte Volkswirt blieb ihr anschließend fast ein Jahrzehnt als Wissenschaftler treu. Als Projektentwickler und -leiter mit regionalem Fachkräftebezug kennt er die Entwicklungen des hiesigen Arbeitsmarktes genau. Er versteht sich vor allem als Netzwerker und Vermittler zwischen Theorie und Praxis. Zum Jahreswechsel 2021/22 übernahm Benjamin die Leitung des Bereichs „Fachkräfte und Arbeitgebermarketing“ bei der SüdniedersachsenStiftung und fühlt sich mittlerweile heimisch in der Region.
Ihre Ansprechperson
Dr. Benjamin W. Schulze
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