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#19 Real Models sind die Vorbilder von heute

 

veröffentlicht am 06.04.2022; Autorin Anna Sonnenberg

Farbenkasten

Vorbilder beeinflussen unser Leben und helfen dabei eigene Träume zu verwirklichen. Inspirierende Menschen eröffnen neue Perspektiven und geben Impulse für die eigene Lebensgestaltung und motivieren sich Herausforderungen zu stellen. Besonders für junge Frauen in IT-Berufen sind Vorbilder wichtig, für die eigene Motivation und für den Ehrgeiz die Karrierechancen zu nutzen. Um jungen Menschen einen hautnahen Einblick in die spannende IT-Branche zu geben, sind solche positiv agierende MentorInnen besonders hilfreich, sie bringen Unternehmen und IT-begeisterte SchülerInnen zusammen. Was uns noch inspiriert, erzählen wir in unserem neuen Beitrag zum Projekt ITmS 2.0.

Role Models – role who?

Vorbilder oder Role Models sind eine Inspiration über sich selbst hinauszuwachsen und sich weiterzuentwickeln. Es gibt viele erstrebenswerte Charaktereigenschaften, die eine Person zum Role Model werden lassen können. Das können Eigenschaften und Qualitäten sein, die schon im eigenen Besitz sind oder solche, die gerne entwickelt werden wollen. Auch das persönliche Wachstum einer Person kann inspirierend sein und sie durch deren Fortschritt zum Vorbild machen. Das ist oft so individuell, dass es das eine Role Model nicht gibt. Auch engagierte Menschen aus dem alltäglichen Umfeld können eine Inspiration sein, das eigene Lebenspotenzial voll auszuschöpfen. Je nachdem welche Ziele persönlich festgesteckt wurden, ist die Auswahl der geeigneten Role Models individuell. Die Jugendpsychologin Marilyn Price-Mitchell hat die fünf wichtigsten Eigenschaften von Role Models definiert. Gemäß Price-Mitchell inspiriert ein Vorbild durch die Leidenschaft und die Fähigkeit. Darüber hinaus liegt eine eindeutige Identifikation mit den eigenen Werten sowie ein Engagement für die Gemeinschaft vor. Die Psychologin betont die Selbstlosigkeit und Akzeptanz anderer, welche für Role Models einen essenziellen Stellenwert haben. Schließlich besitzen Vorbilder, laut Price-Mitchell, die Fähigkeit, Hindernisse zu überwinden.

Who runs the world? Girls! – Zur Bedeutung von weiblichen Vorbildern

Weibliche Vorbilder sind trotz positiver Entwicklung der letzten Jahre immer noch viel zu wenig sichtbar. Während uns wahrscheinlich unzählige inspirierende Männer aus allen möglichen Bereichen einfallen, so fällt es uns schwer Frauen in ähnlichen Positionen zu finden. Dies macht es essenziell, weiblichen Role Models eine Bühne zu geben. Um wichtige Impulse, Denkanstöße und Motivation zu schaffen, gilt die Aufmerksamkeit inspirierenden Frauen des 21. Jahrhunderts. Diese Frauen zeichnen sich aus durch Schlagfertigkeit, Willenskraft und Zielstrebigkeit – Eigenschaften, die Frauen selbstredend zustehen, in der Realität aber leider immer noch abgesprochen werden, obwohl es bereits so viele gibt, die Unglaubliches erreicht haben. Jede Anerkennung, die diesen Frauen und ihren Errungenschaften entgegengebracht wird, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ein inspirierendes Beispiel für faszinierende Frauen im Bereich Digitalisierung ist Tijen Onaran. Die deutsche Unternehmerin ist CEO von Global Digital Women, Moderatorin und Autorin. Sie setzt sich international vor allem für die Sichtbarkeit von Frauen in der Wirtschaft und Digitalisierung ein. 2018 gründete sie die Global Digital Women Community. Eine Initiative, die sich auf die Vernetzung und Sichtbarkeit von Frauen im digitalen Raum fokussiert. Dieses Beispiel zeigt stellvertreten für andere erfolgreiche Frauen, dass sie nicht weniger mutig großen Herausforderungen entgegentreten und diese schlussendlich auf ihre eigene Art überwinden. Heute inspirieren Frauen, die respektvoll und menschlich sind und andererseits für ihre Sache kämpfen. Mindestens genauso wichtig ist es aber, selbst Vorbild zu sein und andere Frauen aktiv zu fördern. Dabei sind es nicht nur Persönlichkeiten wie Simone de Beauvoir, sondern auch Frauen aus dem eigenen direkten Umfeld, Freundinnen und Kolleginnen, die wir ermutigen sollten ihren eigenen Weg selbstbewusst zu gehen.

InfluencerInnen als Role Models – Vorbilder zum Anfassen

In Bezug auf Idole von Jugendlichen zeichnet sich ein deutlicher Trend ab. Die Flinders University hat in einer Studie herausgefunden, dass sich insbesondere Mädchen zwischen 13 und 17 Jahren gerade mit Fitness-Influencerinnen identifizieren, sodass diese Influencerinnen große Einflussräume als Vorbilder generieren. Dies lässt sich besonders über den Faktor erklären, dass erfolgreiche InfluencerInnen, den Jugendlichen aufgrund der täglichen Videos und ständigen Präsenz sehr nahe sind. Diese Nähe wird unterstrichen, indem die Zielgruppe auch Schwachstellen der InfluencerInnen kennenlernt und so im wahrsten Sinne mitfühlen können. Die Daten aus diversen Untersuchungen zeigen, dass InfluencerInnen das Verhalten, die Entscheidungsfindung und die Denkprozesse ihrer FollowerInnen beeinflussen und so direkt Einfluss auf viele Bereiche des Alltags haben. Das Konzept der Nähe ist einfach: Das „Mädchen von nebenan“ oder der „coole Fußballkumpel aus dem gleichen Block“ gewähren Einblicke in das Auf und Ab ihres Lebens auf scheinbar ehrliche und authentische Weise. Dennoch wird deutlich, dass auf den Profilen oder beim Durchstöbern der Feeds oft nur die Fassade eines perfekten Lebens präsentiert wird und perfekt inszenierte Bilder die Realität verzerren. Die digitale Welt und Social Media Community sind Plattform für eine häufig oberflächlich gehaltene Selbstinszenierung. Das Ziel von InfluencerInnen in den Sozialen Medien ist es, Reichweite und Likes zu generieren, indem sie ihr faszinierendes und interessantes Leben darstellen. So wird oft eine Illusion kreiert, InfluencerInnen würden ein perfektes Leben führen: Sie sind schön, reich und erfolgreich. Viele InfluencerInnen wecken den Eindruck bei ihren FollowerInnen, dass der Schlüssel zum eigenen Erfolg leicht durch Imitation der InfluencerInnen erreicht werden könnten. Nichtsdestotrotz lässt sich auch hier im digitalen Raum ein Wandel hin zu Positivität und Authentizität beobachten. InfluencerInnen inspirieren, treten als Vorbilder auf und stehen jungen Menschen als WegbereiterInnen sowie MotivatorInnen zur Seite. Dass InfluencerInnen mittlerweile ihre Wahrnehmung zu politischen sowie gesellschaftlichen Entwicklungen nutzen, um ihre persönlichen Anliegen und Botschaften zu transportieren, ist auch eine positive Entwicklung. Plattformen bieten die Möglichkeit sich mit alternativen Lebenskonzepten und der eigenen Persönlichkeitsentwicklung auseinanderzusetzen, welche die Kreativität fördern und identitätsstiftend wirken.

Real Models statt Role Models

“There are no perfect people.” Dieses Zitat zeigt auf, wie wichtig es ist, zu verstehen, dass niemand unfehlbar ist. Trotzdem können wir voneinander lernen und uns so weiterentwickeln. Vorrangig sind die Auswahl der Vorbilder und die Anerkennung der Fehlbarkeit einer Person – auch in ihrem professionellen Feld. Das Erlernen des richtigen Prozesses von der richtigen Person fungiert als Sprungbrett in viele Bereichen des eigenen Lebens und führt zu unglaublichen Ergebnissen. Die Identifikation mit echten Menschen, die faszinierende Errungenschaften erlangt haben, steht im Vordergrund bei der Findung von Vorbildern. So werden aus ROLE Models REAL Models – authentische und glaubwürdige Personen. Mithilfe dieser Real Models, können eigenen Grenzen ausgetestet werden, um voranzukommen. In einer motivierenden Atmosphäre werden Möglichkeiten geschaffen, zu lernen, wie Ergebnisse verbessert werden können, um das eigene Leben außergewöhnlich zu gestalten. Die Auswahl der inspirierenden MentorInnen ist wichtig, denn sie haben einen großen Einfluss auf das Verhalten, die Gedanken und die Entscheidungsfindung. Vorbilder spielen eine zentrale Rolle bei der eigenen Karrieregestaltung von jungen Berufstätigen. Sie sind sogar besonders wichtig, wenn Sie einer unterrepräsentierten Gruppe angehören, für die eine mangelnde Repräsentation am Arbeitsplatz dazu führen kann, dass diese sich isoliert fühlen und es ihnen an Selbstvertrauen mangelt. Vorbilder können denjenigen, die gerade erst ins Berufsleben einsteigen, helfen, an ihre eigenen Fähigkeiten zu glauben. Vorbilder bieten uns auch die Motivation, etwas Größeres anzustreben, da ihre Pionierleistung und ihr Fortschritt die Dimensionen des Machbaren erweitern. Spannende Einblicke in das Leben von inspirierenden Real Models erhalten Sie im Podcast ROLEMODELS.

Females rise IT – Frauen als Real Models in der IT

Die Omnipräsenz des deutlichen Geschlechterungleichgewichts in technischen Berufen muss an dieser Stelle thematisiert werden: Frauen stellen gerade mal 17 % aller IKT-Spezialisten in Europa. Weiblichen Vorbildern wird in der Branche kaum Beachtung geschenkt, sodass ihre Bemühungen oft unbemerkt bleiben. Ein Blick in die bewegte Geschichte der IT zeigt jedoch, dass einige der wichtigsten Innovationen in der IT von Frauen vorangetrieben wurden – beispielsweise durch Radia Perlman, die berühmte „Mutter des Internets“, oder die Pionierin der Informatik, Ada Lovelace, die 1842 Elemente eines modernen Computers entwarf. Die Sichtbarkeit dieser weiblichen Heldinnen hätte die Macht, das Handeln zu beeinflussen und könnte gut als Motivation dienen, eigene Potenziale zu entdecken. Im Fokus steht deswegen die Sensibilisierung für die Bedeutung von weiblichen IT-Vorbildern, um eine Community aufzubauen, in der sich Gleichgesinnte auf Augenhöhe begegnen und kommunizieren können. Ziel ist es, die Wirkungsmacht der Inspiration zu nutzen, um die Vielfalt der unterschiedlichen Möglichkeiten in der IT aufzuzeigen. Außerdem zeichnet sich die IT durch Diversität in Bezug auf die Lebensläufe aus. Karrierewege sind selten linear. Es gibt viele Wendungen, Irrungen und Wirrungen. Ein Beispiel liefert Christelle Heikkela (IT-Direktorin beim Arsenal FC). Sie war zunächst in der Pharmazie angestellt, dann in der Unternehmensberatung und fand schließlich ihren Weg in die IT. Vorbilder in der Technik haben viele Gesichter. Vor allem geht es darum, Frauen eine Stimme zu geben und so tiefverankerte Stereotypen in Bezug auf die Rollenmodelle, die mit der Kultur verwoben sind, aufzubrechen. Wie dies gelingen kann, zeigen Tech role models  oder Role Models im MINT-Bereich im ZENIT Netzwerk.

Going out – Chancen schaffen bei ITmS 2.0

Auch bei IT macht Schule 2.0 ist es wichtig Inspiration und Begeisterung für die IT-Branche zu stiften. Aus diesem Grund war ITmS gleich mit zwei Vorträgen zusammen mit anderen starken PartnerInnen auf der virtuellen Ausbildungsmesse VAMOS am 23. und 24. April 2022 vertreten. Berufliche Orientierung ist der Schüssel für SchülerInnen, um die eigenen Fähigkeiten und Interessen herauszufinden und wie diese sinnvoll in der Berufswelt eingesetzt sowie gefördert werden können. Deswegen lag der Schwerpunkt bei unseren interaktiven Vorträgen auf der Motivation von Nachwuchskräften für die Zukunft und der Unterstützung der SchülerInnen bei der Navigation durch die komplexe Arbeitswelt. Im Fokus stand es, Talente u.a. für den kommenden Zukunftstag am 28. April 2022 aufzuspüren, sie im Entscheidungsprozess zu unterstützen und zu fördern!

Werden auch Sie PartnerIn im Projekt IT macht Schule und profitieren von den Impulsen. Sie melden Sie sich doch gleich hier an.

Interessierte können sich sonst gerne auf der Webseite der SüdniedersachsenStiftung (www.itms-sns.de) über das Projekt informieren oder sich direkt mit Autorin Anna Sonnenberg in Verbindung setzen.

Bleiben Sie gespannt und freuen Sie sich auf unsere nächsten Artikel.

Ansprechpartnerin:

Susanne Spellerberg
Projektmitarbeiterin IT macht Schule 2.0

T. 0551/270713-32
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