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#104 Trends im Arbeitgebermarketing

veröffentlicht am 02.04.2024; Autorin: Tara Brune

Arbeitgebermarketing

Wer Mitarbeiter:innen an sein Unternehmen binden und neue finden will, kommt nicht um ein professionelles Arbeitgebermarketing (Employer Branding) herum. Inzwischen reichen gute Gehaltschancen allein nicht mehr aus, damit sich Talente für einen Arbeitgeber entscheiden – lesen Sie mehr zum „War for Talents“ in #9 oder im Glossar. Die eigene Marke (Brand) soll dabei helfen frühzeitig als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. In unserer Arbeitswelt ist Employer Branding zu einem entscheidenden Instrument für Unternehmen geworden, um talentierte Mitarbeitende anzuziehen, zu halten und zu motivieren.

„Employer Branding findet statt, ob man es will oder nicht, und unabhängig davon, ob man sich dessen bewusst ist. Es ist ein Gestaltungsprozess, bei dem man entscheiden kann, ob er aus der Hand genommen wird und durch andere stattfindet, oder ob man ihn selbst steuert.“


Quelle: Radermacher, Die Herausforderungen des Employer Brandings, in: Künzel (Hg.), Erfolgsfaktor Employer Branding. Erfolgsfaktor Serie, Berlin/Heidelberg 2013.

 

Auch Arbeitgebermarketing verändert sich

Doch wie jede facettenreiche Praxis unterliegt auch das Employer Branding einem ständigen Wandel. Hier sind einige Trends, die die Zukunft des Employer Branding schon jetzt und in Zukunft prägen:

  1. Personalisierung und Individualisierung: Mitarbeitende erwarten zunehmend personalisierte Erfahrungen und maßgeschneiderte Angebote von ihren Arbeitgebern. Dies bedeutet, dass Unternehmen ihre Employer-Branding-Strategien auf die individuellen Bedürfnisse und Vorlieben ihrer Mitarbeitenden abstimmen müssen -von flexiblen Arbeitszeiten über personalisierte Weiterbildungsmöglichkeiten bis hin zu speziellen Benefits.
  2. Authentizität und Transparenz: In einer Ära von sozialen Medien und Online-Bewertungsplattformen ist Authentizität entscheidend. Unternehmen müssen eine klare und authentische Arbeitgebermarke präsentieren, die den tatsächlichen Arbeitsalltag und die Unternehmenskultur widerspiegelt. Transparente Kommunikation über Unternehmenswerte, Arbeitsbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten schafft Vertrauen und Glaubwürdigkeit.
  3. Mitarbeitendenbeteiligung und -advocacy: Mitarbeitende sind die besten Botschafter einer Arbeitgebermarke. Unternehmen setzen verstärkt auf Programme zur Mitarbeiterbeteiligung und -advocacy, um ihre Mitarbeitenden zu Markenbotschafter:innen zu machen. Dies kann z. B. die Förderung von Mitarbeitenden-Content auf Social-Media-Plattformen, die Teilnahme an Branchenveranstaltungen oder die Beteiligung an internen Projekten zur Verbesserung des Arbeitsumfelds umfassen.
  4. Technologie und Datenanalyse: Technologie spielt eine zunehmend wichtige Rolle im Employer Branding. Unternehmen nutzen Datenanalyse, KI und Automatisierung, um Einblicke in das Mitarbeitendenverhalten, die Effektivität ihrer Employer-Branding-Maßnahmen und den Erfolg von Rekrutierungskampagnen zu gewinnen. Durch den gezielten Einsatz von Technologie können Unternehmen ihre Employer-Branding-Strategien optimieren und besser auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden eingehen. Mithilfe von Social Recruiting gelingt es zudem Unternehmen, proaktiv auf potentielle Bewerber:innen zuzugehen.
  5. Flexibilität und Remote-Arbeit: Die COVID-19-Pandemie hat die Art und Weise, wie wir arbeiten, nachhaltig verändert. Remote-Arbeit und flexible Arbeitsmodelle sind zur Norm geworden. Unternehmen, die diese Flexibilität unterstützen und fördern, haben einen klaren Wettbewerbsvorteil im Kampf um Talente. Eine starke Employer Brand, die Flexibilität und Remote-Arbeit betont, wird daher immer wichtiger. Zudem birgt das neue Arbeiten die Herausforderung, trotz Remote-Arbeit gemeinsame Werte zu leben und als Team eine Identität zu formen.
  6. Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung: Mitarbeitende legen zunehmend Wert darauf, für Unternehmen zu arbeiten, die sich für Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung engagieren. Arbeit muss heute einen tieferen Sinn als nur reiner Lohnerwerb haben. Unternehmen, die sich für Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und ethisches Geschäftsverhalten einsetzen, können sich positiv von anderen Arbeitgebern abheben und talentierte Mitarbeitende anziehen, die ähnliche Werte teilen.

All das bedeutet, dass Unternehmen, die in der Lage sind, sich an diese Veränderungen anzupassen und innovative Employer-Branding-Strategien zu entwickeln, im Wettbewerb um Talente erfolgreicher sein werden als andere. Es liegt an den Unternehmen, diese Trends zu erkennen und in die eigene Strategien zu integrieren, um langfristig erfolgreich zu sein. Genau hierfür gibt TOPAS, die Arbeitgebermarketing-Initiative der SüdniedersachsenStiftung, den Unternehmen einen Prozess, das nötige Knowhow und den gemeinsamen Austausch an die Hand. Weitere Informationen zu TOPAs finden Sie hier.

Ansprechpartnerin:

Tara Brune
Projektleiterin TOPAS
T. 0551/270713-329
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