BLOG: Fachkräfte in Südniedersachsen

#80 Standortstärke bestätigt: Wir sind Life Science

veröffentlicht am 25.10.2023; Autor: Benjamin Schulze

Farbenkasten

Die fünf Online-Beteiligungsprojekte zum Regionalen Standortmarketing im Überblick.

Unsere Region ist auf der Suche nach einer gemeinsamen Marke. Der dazugehörige Online-Beteiligungsprozess (wir berichteten bereits zum Start in #76) bestätigt, dass auch regionale Stakeholder „Life Science“ (eine Erklärung finden Sie im Glossar) als zentrale regionale Stärke wahrnehmen. Es bleibt aber auch noch einiges zu tun.

 

Online-Beteiligung

Während der vierwöchigen Beteiligungsphase (08.09.-15.10.2023) auf adhocracy+ (mehr zur Plattform selbst lesen Sie hier) wurden in insgesamt 25 Modulen (je Fokusgruppe fünf) von den Beteiligten über 350 Beiträge erstellt. Folgende fünf Module waren mit nahezu identischem Inhalt in der Online-Beteiligung eingesetzt.

  1. Umfrage zum Regionalen Standortmarketing allgemein: fünf Fragen, u.a. zur Relevanz des Vorhabens grundsätzlich,
  2. Priorisierung – Ziele des Regionalen Standortmarketings: acht Themenblöcke konnten nach Prioritäten sortiert werden, von ‚Arbeitskräfte binden‘ bis hin zu ‚Zusammenarbeit und Identität verbessern‘,
  3. Umfrage zum Fokus des Regionalen Standortmarketings: vier Fragen, wie u.a. Halten Sie ‚Life Science‘ als regionale Stärke für eine geeignete Fokussierung des Standortmarketings? Schwebt Ihnen ein anderer Fokus als ‚Life Science‘ vor? Was verbinden Sie persönlich mit dem Begriffspaar ‚Life Science‘?,
  4. Debatte zur Umsetzung des Regionalen Standortmarketings: in sechs Kategorien konnte gezielt diskutiert werden, u.a.  zur Zusammenarbeit, was Erfolgsfaktoren sind oder wie eine private-public-partnership ausmacht,
  5. Befragung zur Person: fünf Fragen zur teilnehmenden Person, z.B. zum geografischen Lebensmittelpunkt, Alter und Berufskontext.

Direkt per E-Mail waren für die Online-Beteiligung rund 1.800 Menschen eingeladen. Darüber hinaus wurden politische Mandatsträger:innen und Verwaltungsmitarbeitende der Kommunen über nicht öffentlich zugängliche Verteiler angeschrieben, sodass allein hierbei kein eindeutiges, zahlmäßiges Beteiligungspotenzial bekannt ist; auch waren sämtliche Stakeholder gebeten, die Einladung weiter zu verteilen.

Was wissen wir über die Beteiligten?

Beinahe die Hälfte der Beteiligten gibt den Landkreis Göttingen als Lebensmittelpunkt an, knapp die andere Hälfte verteilt sich vorwiegend auf die Stadt Göttingen und den Landkreis Northeim. Knapp die Hälfte der Beteiligten zählt zur Altersgruppe 51-67 Jahre, auf die Gruppen 18-35 und 36-50 verteilt sich den Rest recht gleichmäßig. Bei den Geschlechtern gibt es eine Ungleichverteilung: über 70 % der Beteiligten geben männlich an, der Rest weiblich.

Ergebnisse

Fokus I: Welches Ziel sollte mit größter Wichtigkeit verfolgt werden?

  • Fachkräfte gewinnen: dieses Ziel wurden mit deutlicher Mehrheit als wichtigstes Ziel benannt. Auf dem zweiten Rang mit deutlichem Abstand folgen dicht hintereinander „Lebensqualität vermarkten“, „Unternehmen ansiedeln“, „Arbeitskräfte binden“ und „Innovationen fördern“.
  • Ergebnis: Klare Übereinstimmung mit der vorgeschlagenen Fokussierung u.a. auf Zielgruppe Fachkräfte.

Fokus II: Welche regionale Stärke eignet sich im besonderen Maße für die Außendarstellung?

  • Forschungslandschaft: diese Stärke landet auf dem ersten Rang, dicht gefolgt von „geografische Lage“ und „Familienfreundlichkeit“. Unter „Sonstige“ tauchen folgende Nennungen auf: „Life Science“, „Mehrere genannte Faktoren, keine Entscheidung für einen davon“, „Oberzentrum Göttingen als Standort für Wissenschaft und wissenschaftsnahen Unternehmen […]“ sowie „Region der Potenziale“.
  • Ergebnis: Forschungslandschaft und „Life Science“ rücken hier ins Zentrum.

Fokus III: Welche Branche eignen sich im besonderen Maße für die Außendarstellung?

  • Wissenschaft/Bildung/Forschung: erneut auf erstem Rang. Mit großem Abstand folgen erst „produzierendes Gewerbe“ und „Dienstleistungen“.
  • Ergebnis: Life Science kann auch hier eindeutig herausgestellt werden, zumal auch hier mehrfach „Life Science“ unter „Sonstige“ explizit genannt wird, außerdem ist „Gesundheit/Soziales“ noch dazu zählbar.

Fokus IV: Halten Sie ‚Life Science‘ als regionale Stärke für eine geeignete Fokussierung des Standortmarketings?

  • Ja: Die Mehrheit der Teilnehmenden spricht sich für diesen Fokus aus, nur 4 Personen widersprechen, weitere 4 sind unentschlossen. Als andere mögliche Fokussierungen und Kritik werden genannt „Wissenschaft an sich, Life Science ist zu stark fokussiert“, „Life Science könnte nicht für alle Beteiligten passend sein“, „Hohe Exportquote“, „Hier im Landkreis Goslar ist dieser Terminus eher unbekannt“, „Natur, Kultur, geographische Lage“, „Warum nicht die Vielfalt der Region mit allen ihren Facetten darstellen?“, „Mal wieder ein Modewort, wo keiner weiß, was damit gemeint ist“ (Nennung war auch möglich, wenn unentschlossen oder zugestimmt).
  • Ergebnis: Der vorgeschlagenen Fokussierung widersprechen nur sehr wenige Personen. Die Gegenvorschläge sind entweder wenig valide für das Anwerben von Fachkräften (Exportquote) oder tendieren in Richtung einer Nicht-Fokussierung (Vielfalt). Diese Erkenntnisse sind wertvoller Input für den Aufbau einer Markenplattform und für zukünftige Kampagnen. Es zeigt sich aber auch, dass noch Überzeugungs-/Transferarbeit zu leisten sind.

Was nehmen wir aus der Stakeholderbeteiligung mit?

Die zehn gesetzen Fixpunkte für das Regionale Standortmarketing treffen auf sehr große Zustimmung bei den Beteiligten. Die befürworten die unterschiedlichen Fokussierung. Der vorgeschlagene Fokus auf Life Science erfährt breite Bestätigung und zusätzlich dadurch bekräftigt, dass keine andere haltbare Fokussierung vorgeschlagen wird.

Ansprechpartner:

Dr. Benjamin W. Schulze
Bereitsleiter Fachkräfte und Willkommenskultur
T. 0551/270713-43
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